Dienstag, 31. Januar 2012

Wer hätte das gedacht!? Die Zahl der Arbeitslosen steigt! Auf über 3 Millionen. Na ja, wer lesen kann, ist klar im Vorteil! Und wird ausrechnen können, dass es ungetrickst und ungeschönt schon wieder 4,2 Millionen sind. Bloß gut, dass General Winter jetzt richtig zuschlägt. Da gib's, ganz wie früher, wenigstens einen Schuldigen für das Dilemma! Also, Bewohner des flachen Landes, lasst euch nicht bescheissen, schönen Dienstag - euer Prignitzer!

Montag, 30. Januar 2012

Na, da schau sich mal einer den Herrn Dobrindt an ! Gab gestern Abend als Gast bei Herrn Jauch auch wieder  Anlaß zum Grübeln. Sehr demokratisch der Herr, wie er versuchte, die Verfassungsfeindlichkeit der Linken zu untermauern und damit wohl eher deren Bestreben meint, das jetzige System sozialer zu gestalten. Der ehemalige Chef vom Bundesamt für Verfassungsschutz Herr Frisch war auch sehr lustig, obwohl sein unverständliches Genuschel überhaupt nix frisches an sich hatte. Immerhin haben sein Schilderungen über die Arbeit des Verfassungsschutzes aber Frau Vera Lengsfeld, das nicht in den Bundestag gewählte CDU-Busenwunder, man höre und staune, zu der Erkenntnis verholfen, daß es besser wäre, diese Zusammenrottung von kalten Kriegern endlich aufzulösen. Auf ihrer Internetseite kann man übrigens den sinnreichen Spruch "Freiheit und Fairness statt Gleicheit und Gerechtigkeit" lesen. Warum man als Bürgerrechtlerin gegen Gerechtigkeit ist, verstehe ich zwar nicht. Muss ich aber sicher auch nicht. Herr Bartsch von den Linken wirkte als von den Bespitzelungen Betroffener etwas blaß. Den besten Part gab aber Herr Prantl von der Süddeutschen, der die ganze Angelegenheit am objektivsten einschätzte - nämlich als Skandal für die Demokratie, den Rechtsstaat. Auch wenn das dem ewig grinsenden Wadenbeißer von der CSU Herrn Dobrindt völlig abging, dem als Generalsekretär einer regional begrenzten Zwergenpartei etwas mehr Zurückhaltung auch nicht übel zu Gesicht stehen würde.
P.S. Im Grundgesetz steht übrigens keine Satz, der das jetzig bestehende, kapitalistische Wirtschaftssystem schützt. Also wäre selbst die Forderung nach Errichtung einer kommunistischen Gesellschaft verfassungskonform.Und falls die Schlapphüte mitlesen, zitieren sie mich bitte richtig.
Schöne Woche noch - euer Prignitzer!

Sonntag, 29. Januar 2012

Im Bundestag bringt Marcel Reich-Ranicki das hohe Haus mit der Schilderung seiner Erlebnisse während der Nazidiktatur zum Schweigen und gleichzeitig tritt die Geschäftsführerin der Pratenpartei zurück, weil sie von braunen Lumpen ihres jüdischen Glaubens wegen terrorisiert wird. Zehn Jahre lang treibt eine Nazimordbande in Deutschland unbehelligt ihr Unwesen, der Verfassungsschutz schaut fast tatenlos zu und beobachtet gleichzeitig demokratisch gewählte Volksvertreter der Linken. Was ist los in diesem Land? Werden alte Traditionen gepflegt? Immerhin standen viele Nazikader nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches Pate beim Aufbau des Rechtsstaates Bundesrepublik und bekleideten bis weit in die siebziger Jahre hinein teilweise hohe Positionen in diesem Staat. Wirkt diese unheilvolle Vorarbeit heute immer noch nach? Denkt mal drüber nach - schönen Sonntag, euer Prignitzer!
P.S. Der Winter ist da

Samstag, 28. Januar 2012

Was die Brandenburger wirklich bewegt, hätte Frau Ludwig am 13. 12.2011 in der Märkischen Allgemeinen nachlesen können. Euro- und Finanzkrise, Angst um den Arbeitsplatz, Existenzängste, Sorgen wegen der sozialen Schieflage usw.. Alles reale Probleme des täglichen Lebens. Und nun kommt Frau Ludwig mit ihrer  fragwürdigen Anfrage nach DDR-Symbolen und spricht  damit auch eine der aufgeführten Sorgen der Bürger an – die Bürgerferne der Politik. Welches Interesse an den Antworten auf ihre Fragen wird ein Bürger haben, dem der Verlust seines Arbeitsplatzes droht, der um sein Erspartes bangen muss, der für einen Hungerlohn arbeiten „darf“, der mit Hartz IV sein Leben fristen muss? Wie interessant ist für ihn die Frage, ob in Niederwinsnitz an der grauen Suhle der eventuell noch vorhandene Kindergarten den Namen von Genossen Meyer, dem verdienten Kassenwart der dortigen  Gartensparte trägt? Den meisten Bürgern wird die Antwort darauf wohl am A… vorbeigehen, weil sie völlig ohne Bedeutung ist. Wenn das Oppositionsarbeit ist, dann sollte man sich die Opposition komplett sparen – sie wäre zum Fenster hinausgeworfenes Geld, Geld der Steuerzahler übrigens. Einen Tipp habe ich aber noch für Frau Ludwig. In meiner Heimatstadt Pritzwalk trägt eine Grundschule den Namen eines  Großindustriellen, der während der Nazidiktatur in seinen Werken Tausende von Zwangsarbeitern in trauter Zusammenarbeit mit der SS unter menschenunwürdigen Verhältnissen beschäftigte. Vielleicht sollten sie sich darüber auch einmal den Kopf zerbrechen, Frau Ludwig.
Man kann es eigentlich kaum noch ertragen, weil die allmonatliche Veröffentlichung der Arbeitslosenzahlen langsam immer mehr Ähnlichkeit mit der Planerfüllungsabrechnung zu tiefsten DDR-Zeiten aufweist. Umso erfreulicher ist es deshalb auch, dass die Medien, in diesem speziellen Fall die Märkische Allgemeine, diesen Tricksereien recht kritisch gegenüber steht. Sinkende Arbeitslosenzahlen und ein beständiges Ansteigen der Beschäftigungszahlen hören sich erst einmal gut an. Und das sollen sie auch, wird so doch der Eindruck kompetenter Arbeit der Regierung erweckt und die Kanzlerin bestätigt, wenn sie in ihrer Neujahransprache verkündet  „Deutschland geht es gut“. 41 Mio. Beschäftigte sollen dies untermauern. Über 7 Mio. davon im Niedriglohnbereich sprechen dagegen eine andere Sprache und werden erst gar nicht erwähnt, genauswenig die ca. 1,5 Mio. Hartz-IV-Aufstocker. Und auch davon, dass ca. 75 % der im Zuge des „Jobwunders“ neu entstandenen Arbeitsplätze prekäre sind, wird geflissentlich verschwiegen. Stattdessen rühmt man sich mit Arbeitslosenzahlen, die im offiziellen Durchschnitt 2011 bei 2,98 Mio. lagen. Dabei werden die 1,22 Mio. in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen ebenfalls wieder unterschlagen, denn damit läge der Durchschnitt real bei 4,2 Mio. Die 58-Jährigen, die nicht mehr vermittelt werden, die krankgeschrieben Arbeitslosen, die an private Vermittler übergebenen – all diese werden in Zahlen gar nicht mehr erfasst und so auch nicht mitgerechnet. Schätzungen gehen von einer weiteren halben Million aus, womit wir bei einer Zahl wären, die fast in dem Bereich liegt, den man im Jahre 1 von Hartz IV, also 2005, hatte.  Deutschland geht es gut – aber nur solange man auch an Statistiken glaubt, die man nicht selbst gefälscht hat.
Der Vatikan fordert im Oktober 2010 eine Rückbesinnung auf die Theorien von Karl Marx. Der Philosoph kann nicht als überholt gelten, mahnte damals die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“. Sozialistische Diktaturen hätten die Lehren des Kapitalismuskritikers bis zur Unkenntlichkeit entstellt, schrieb der deutsche Jesuit Georg Sans von der Päpstlichen Gregoriana-Universität. Und Papst Benedikt XVI. gar würdigte Karl Marx wegen dessen eingehender Genauigkeit sowie sprachlicher und denkerischer Kraft  bereits 2007 in seiner zweiten Enzyklika „Spe salvi“. Marx und Engels gehören zweifelsohne zu den bedeutendsten Denkern, die dieses Land hervorgebracht hat. Sie sind ein wichtiger Bestandteil unserer Geschichte und gehören als solche behandelt. Beide haben mit ihren Theorien wie nur wenige andere Menschen einen derartigen Einfluss auf die Geschichte der menschlichen Gesellschaft gehabt. Wer ist eigentlich Herr Ramsauer? Was hat dieser Herr vollbracht? Will er das Marx-Engels-Denkmal schleifen, weil es ein Überbleibsel der DDR ist? Und durch ein anderes ersetzen? Vielleicht eins zu Ehren des großen Denkers und „Distinguished Statesman” (deutsch: „angesehener Staatsmann“)Karl Theodor zu Guttenberg?
Aller Anfang ist schwer und das ist meiner. Heute ist der 28. Januar 2012 und alle hatten gedacht, der Winter ist vorbei. So auch wir Prignitzer. Aber seit letzten Dienstag ist er da. Wieder nicht, denn bis jetzt gab's noch keinen. Und jetzt schneit's auch noch! Wollen wir mal sehn, was er uns bringt in Brandenburg nordwestlicher Ecke. Viel Spaß dann aber erstmal an diesem Sonnabend und vergesst Handschuhe, Schal und Pudel nicht. Bis bald - euer Prignitzer!